Tagebuch einer Mutti Teil 4 – Kaiser-Wilhelm aus Minden

Liebes Tagebuch,

die meisten Montage sind oftmals die anstrengendsten in der ganzen Woche, könnte man meinen…
Mein Arbeitstag war wirklich sehr angenehm. In der Einrichtung war es ruhig.
Die jung gebliebenen Damen und Herren waren sehr gut drauf und ich hatte keinen Marathonlauf hinlegen müssen.

Um 13.00 Uhr läutete der Feierabend ein.
Nichts wie schnell nach Hause, noch den restlichen Krims Krams ins Auto packen, Leon vom Kindergarten einsammeln, dann ab auf die Bahn in Richtung Norden.

Statt aber direkt nach Richtung Himmelpforten (Niedersachsen) durchzufahren, wollten wir einen Abstecher nach Minden machen.

Da dieser direkt durch Minden führt, bot sich unser kleiner Ausflug an.  

Gerne weicht die Mutti bei zu viel Stau auf die Landstraßen aus.

Fernfahrer Mutti

Nach Minden kommst du von Paderborn (A33) in Richtung Hannover an Bielefeld vorbei.

Bielefeld!

Das war die Stadt, von der Verschwörungstheoretiker behaupten, es gäbe sie gar nicht.
Jetzt will ich diesen Suppenkaspern mal sagen, selbst wenn dieses Kaff nicht existiert, der große Bielefelder Blitzer Berg auf der A2 belehrt dich eines besseren!

Bitte lächeln, jetzt kommt dein Passfoto

Du magst schnelles Autofahren und ignorierst den Warnhinweis auf eine Radarkontrolle? Prima! Freue dich auf baldige Post.

Viele meiner Leidensgenossen mussten in den bisherigen Fahrten diese elendige Erfahrung machen.
Keine Sorge – beim nächsten Mal passt ihr sicherlich auf und habt bis dahin gelesen, was euch erwartet. 😉

Du hast den Blitzer-Marathon überlebt?
Dann schenke ich dir 100 Gummi Punkte!

Von der A33 auf die A2 (Kreuz Bielefeld) –
In Richtung Bielefeld Süd braucht dein Gefährt noch einige Zeit bis nach Porta-Westfalica, direkt zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Weser.
Hier musst du noch die Berg Auffahrt überstehen und dann erwartet dich auch gleich ein riesiger Parkplatz.

Das Leben ist nicht umsonst, die Parkplatz gebühren erst recht nicht!!!

Der Eintritt zum Denkmal ist kostenlos.
Unterhalb der Woche findest du als williger Spanner kostenpflichtige Parkplätze, die jederzeit zugänglich sind.
Die Gebühren betragen 5.00 € für 4 Stunden Parkzeit.

So stand Herr Mama am Automaten und war etwas überfragt

Ich bin gezwungen nun 5 Taler in den Schlund dieses gierigen Automaten zu schmeißen, obwohl niemand weiß, wie lange wir hier überhaupt verweilen?

Hier, bitte ein Ticket!

Anscheinend werden gebrauchte Tickets gerne weiter verschenkt – du brauchst nur kurz Geduld haben und mit viel Glück wird dir eins geschenkt.

Das ist zwar sicherlich nicht erwünscht, aber was nützen dir etliche Stunden mit Kind und wir, die sowieso auf der Durchreise sind?

Da hast du als ehrenwerter Leser/-in den gleichen Gedanken, oder?

Eine ältere, aber sehr freundliche Dame übergab mir ihren Heiligenschein.
Keine Nachfrage mit dem Gedanken, ob dies nicht illegal wäre, fiel mir eines dazu ein… Mutti du bist ein Lumpensack – dann mal los!

Ticket gespart & dann kam ein Hüngerchen

„Wir können vor unserem Spaziergang etwas essen!“
Daran solltest du bei einer Mutti, samt kleinen Wurzelzwerg, nicht daran denken, diese Worte auszusprechen…

Das fliegt dir in wenigen Sekunden um die Ohren

Besonders vor einem anstehenden Fußmarsch passiert es leicht, dass du dich als Ahnungsloser ganz schnell wieder in dieser Realität befindest.
Dein Plan, etwas später zu essen, wird ziemlich schnell zerschlagen. Danach ertönten drei Worte vom Kind:

„Ich habe Hunger!“ – jetzt kommst du!

Sämtlicher Proviant war aufgenascht

Es blieb zwar kein einziges Scheibchen der geliebten Salatgurke übrig,
doch das essen liegt natürlich auf der Straße und du brauchst nur zu zugreifen. #SpätRömischeDekadenz

Wir müssen los!

Der Wilhelm wartet auf uns und wir wollen natürlich keine Zeit verschwenden.

In die Hände gespuckt – nun marschieren wir den Pfad der Hoffnung bis zum Ziel.

Vorbei an einer Toilette, die für ein paar Taler betreten werden darf.
Gleich dahinter wartet ein Kiosk aufs neugierige Volk, damit es deine Hosen beutel entleeren darf oder besser gesagt, du dein monatliches Taschengeld für tolle Souvenirs umtauschst. Ein Wilhelm muss schließlich auch von etwas leben, bzw. seine Bediensteten.

Absturzgefahr!

Nicht nur, das es sich leicht vom Berg fallen lässt –
so beobachtest du auch herum fliegende Mütter, die nur darauf warten, vom Abhang herunter geschubst zu werden.

Hintergrund meiner These

Da sich jeglicher Lebensinhalt einer Frau auf zwei Dinge reduziert:
Was soll ich heute anziehen und was soll ich heute kochen?

IM ERNST JETZT..

Du wolltest keine Erklärung für ein Schild voller Moos?

Dann schau’s dir doch selbst an und erwarte nicht von mir, dass du vorher gewarnt wurdest!

Denn weder eine willige Mutter erwartet dich auf’m Hügel, noch dürfte dieses Schild dir mitteilen, das du armer Hund lieber an der Leine geführt werden dürftest. Bäääh!!

Noch wenige Meter trennen uns von dir -heiliger Wilhelm

„Treten Sie näher, willkommen beim Wilhelm!“

Der Gedanke daran wäre zwar schön…
Hätte dies bloß jemand zu uns gesagt.
Es erwartet dich wirklich niemand hier,
außer das du durch die Gegend stolzierst und glotzt, um dir die anderen Gaffenden zu begutachten.

Wir sind nicht zum sabbern hier, Papa!

Leon wollte hoch hinaus. Uns blieb keine kurze Verweildauer, denn der steinernde Kaiser da oben musste begutachtet werden!

Ein Blick über die Portastraße & Weser

So ganz oben auf’m Berg kannst du dem Autoverkehr am besten genießen.
Malerische Landschaften, wie das Auge reicht, zaubern dir ein Lächeln ins Gesicht!
Alles kommt dir wirklich klein vor – deine Höhenangst bleibt erhalten.

Bevor du wirklich Höhenangst bekommst

Ein toller Ausblick!

Mutti wurde dann währenddessen von 2 Selfie Fotografen angesprochen, ob sie nicht mit ihrem Mobiltelefon ein paar schöne Bilder knipsen könnte.
Einmal direkt mit Weserblick und beim anderen Motiv sollte die Brücke im Hintergrund ersichtlich sein.

Das sah ziemlich komisch aus, wie meine Wenigkeit mit einem Handy posierte, als würde ich gerade meine Spiegelreflex-Kamera in den Händen halten.

Da war auch noch ihr Hündchen, welches auf dem Foto keinesfalls fehlen durfte.
Ich schnippste hin und wieder mit den Fingern und mir kam es so vor, als sähe deren Vierbeiner ein paar leckere Wiener Würstchen, die hin und her wackeln und mit einem happen weg wären. #NichtsDa!

Viele Treppen musst du gehen..

dann wirst du baldigst beim Wilhelm stehen!

Sohnemann gleitete über jede einzelne Stufe, wo jeder andere Erwachsene einen 3 Monatigen Aufenhalt auf irgendeiner Intensiv Station verbracht hätte.

Natürlich bist du vorbildlich, schläfst beim Laufen nicht ein oder man muss dir beim gehen die Schuhe neu besohlen.

Triffst dies auf dich zu?

Dann habe ich gerade hellseherische Fähigkeiten benutzt.

Schau nach unten – du siehst mich oben!

Alles ist stets eine Frage der Höhe. Es fühlt sich dort oben alles luftig und dennoch so klein an. Söhnchen zeigte keinerlei Reaktion von irgendwelchen Magengrummeln oder Unwohlsein.
So tanzte dieser kleine Junge um die Statue herum und ließ es sich bei grandiosem Wetter richtig gut gehen. Nebenbei trällerte ein gute Nacht Lied aus seinem Mund.

Zeit zum schlafen gehen!

Quatsch, natürlich wollte er durch eines dieser Geldfressenden Automaten auf eine „große“ Metropole schauen.

Ich will nur dein Bestes! Also los!

50 Cent ist genauso viel wert, wie eine Fahrt für Leons Rumdüserei im buntem Feuerwehrfahrzeug im Einkaufszentrum.

„Möchtest du dies nicht lieber in eine Fahrt investieren, Schatz?“

Diese Frage hat sich schnell erübrigt – mein Versuch, dies in diesem willig schluckenden Automaten zu vermeiden, wurde übergangen und schon gingen die verschlossenen Luken auf.

Ich sehe nichts!

Bei knapp einem Meter Körpergröße fallen große Wünsche flach.
Daher nicht lange blubbern und Söhnchen auf die eigenen Schulter bugsieren.

Ich sehe nichts Teil 2!

Schau durch diese winzig kleine Loch…
Das funktioniert anscheinend nicht, jedenfalls nicht für Leon.
So konnte man sich selbst eben wie ein Hans-Wurst dahin stellen.
„Wow, toll, ahhhh!“, ertönte es aus seinem Mund.

Was siehst du da Papa?

Einen Berg, viele Straßen und Bernd, der sich nicht beherrschen konnte, weil seine Hose am Gesäßteil riss, nachdem sein Einkauf zuvor in die Weser fiel.

Du lügst!!!

Schau doch… Ach stimmt. Das funktioniert ja nicht. *Hust*

Zum Abschluss

Die Reise nach Jerusalem war beendet, jedoch nicht für ein vernünftiges Abschiedsfoto!

Teddy und Henna, ich küsse eure Augen.

Bis zum nächsten Tagebuch-Eintrag

Wir sind Herr Mama auf Youtube


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