Vatertag für #VaterschaftIstMEHR

Ballermann war gestern, heute ist es der moderne Vater!

Vaterschaft sichtbar machen, ist aus heutiger Sicht der Vatertag oder auch “Herrentag” zu einer genüsslichen alkoholischen Orgie im Kalender als weiterer “Sauftag” bekannt. Wie erkennt man eigentlich “Väter” oder die Herren der Schöpfung, die immer noch unsere Gesellschaft prägt? Waren es nicht diese mit Fahrrad und Bierkanne in der Hand oder diejenigen, welchen ihren vollgepackten Bollerwagen, die einer Spirituosen Abteilung um Supermarkt gleicht? Insbesondere „NichtVäter“ fühlen sich bei Ballermann Musik bestärkt in ihrem Tun.
Sie zeigen dadurch nur mehr, dass es immer einen Grund gibt, sich zum vollkommenden Obervollhorst “abzugraden“. Abgesehen vom ganzen Seichtflöten spielen und der Sinnlosigkeit einem Namen zu geben, erwartet einer zukünftigen Mutter nichts weiter, als großes Gejammer, weil der Hafensänger von Welt seinen Herrentag in seiner persönlichen Schinkenstraße auf Malle frönt.

Vatertagsaktion mit Biss

Wie können Väter sich sichtbar machen und Mütter darin bestärken, uns mehr Vertrauen zu schenken? Es braucht keine Liga der außergewöhnlichen Gentlemen. Über 30 Väter schlossen sich kurzerhand zusammen.
Die Idee entstand von Heiner Fischer 37 von (Vaterwelten), selbst Vater von zwei Kindern war auf der Suche nach Vätern, die zeigen wollen, dass wir keine Kleinen Jungs neben unseren Partnerinnen sind.
Jeder von uns hat seine eigenen Ansichten zur aktiven Vaterschaft. Jeder von uns erzieht und lebt Familie anders. Doch haben wir den gleichen Wunsch nach mehr Sichtbarkeit in dieser Gesellschaft. Der Vater von Heute braucht sich nicht mehr hinter seiner Arbeit verstecken und sich aus dem alltäglichen Familiengeschehen zu entziehen. Im Herzen bin ich der Überzeugung, dass selbst unsere vorherigen Vätergenerationen den Wunsch hatten, sich in der Familie vollkommen einzubringen. Nur heute sind eben andere Zeiten, in denen es nicht mehr heißen darf: „wo sind denn die Väter wenn man sie braucht?“ Die Antwort ist #VaterschaftIstMEHR.

Aller Anfang ist schwer

Ein Aufruf auf Twitter von Heiner animierte mich sofort, an seiner Idee Teilzuhaben. Die Aufgabe war simpel:
Jeder von uns Vätern sollte ein maximal 60 sekündiges Video aufnehmen, in dem man seine Botschaft über aktive Vaterschaft verkündet. Ich brauchte locker 20 Versuche – Freisprechen ist halt nicht jedermanns Sache. Hähä!

In einer Minute über seine Vaterschaft zu plaudern, ist gerade für mich ziemlich schwer. Denn Mütter müssen meist ziemlich weit ausholen. Es hieß also: Augen zu und durch! Das sollte also schnell abgewickelt sein. Denkste!
Du schaust in die Kamera und fängst an zu lachen. Selbst bei einem einfachen „MOIN!”“ kamen die Lacher von ganz allein. Irgendwie amüsant. So probierten wir es 20 Minuten lang aus. Die Deadline war am 2 Mai, um 20 Uhr.
„Das wird wohl knapp werden“ stöhnte ich. Dann kam ein Lacher von meiner besseren Hälfte. Nochmal von vorne bitte. Nach wenigen Minuten später war endlich alles im Kasten. Durchatmen. Freuen. SCHNELL HOCHLADEN!

Jetzt wird mir einiges klar

Durch die Videoaktion ist mir eines klar geworden:
Meine Rolle als Vater viel bewusster zu sehen, ohne jetzt einen Orden zu verlangen oder mich zum Sonnenschein-Vater zu erheben. Denn aktive Vaterschaft wird bei uns gelebt. Die Tatsache das meine bessere Hälfte mir in Sachen Erziehung vertraut, morgens das Haus verlassen kann, am Nachmittag von ihrer getanen Arbeit zurückkehrt und sieht, das alles läuft, ist ein beruhigendes Gefühl. Es bestärkt mich in meinem Vaterdasein.

Es gibt selbst den einen oder anderen älteren Herren der uns anlächelt:
„Sie haben Ihren Mann aber ziemlich gut im Griff“ mit einem kleinen Lacher für mich.
Da wir unserem täglichen Ritual nachkamen und die Frühstückspause mit meiner besseren Hälfte gemeinsam verbringen. Kamen solche Fragen häufig zustande.

Leon half mir ab und an bei den Vorbereitungen des Frühstücks. Nebenbei bespaßte man dann unseren kleinen mini Sonnenschein Luca. Zusammen dackelten wir in Ninas Pause mit unserem vollgepackten Essen-auf-Rädern Mobil namens Kinderwagen. Wir brauchten keine 5 Minuten bis zu ihrer Arbeit und verbrachten angenehme 30 Minuten auf einer Sitzgelegenheit, bis es dann hieß
sie müsse wieder los. Nach diesem Ritual versucht man sich zwischenzeitlich mit dem Staubsauger, Wischmob und anderen Haushaltsaktivitäten zu amüsieren. Dass das oftmals kein Zuckerschlecken war, der Mann von Welt sich gleich 10 Arme gewünscht hätte oder am besten 20 Klone, die mich gleichzeitig unterstützen – wäre toll gewesen.
Sorgearbeit bleibt stets ein Ungetüm für jene, die es niemals kennenlernen. Genauso, wie tolle Nächte, in denen dir der Darminhalt deines Nachkömmlings mit voller Wucht ins verschlafene und ungewaschene Gesicht schießt.
Willkommen in Schlaraffenland! Wohl eher einer bescheidenen Angelegenheit für magenfeste Persönlichkeiten. Ein ernst gemeinter Ratschlag am Rande: Nach dem Essen Wickeln kann zu Nebenwirkungen führen, gerade bei Stuhlgängen. Höhö!

Stuhlgang hier, Bleiche im Gesicht, Vaterschaft ist so vielseitig

Jeder von uns hat seine Sorgen. Seine eigenen Nöte, die auch unverblümt daherkommen dürfen. Heutige Mütter sollten uns gewähren, eigene Erfahrungen zu sammeln. Sie vertrauen uns und sehen es selbst als wichtig an. Wir brauchen genau diese weiblichen Wesen. Das Vertrauen zueinander ist eines der wichtigsten Eigenschaften, welche die neuen Mütter als Standard Voraussetzung benötigen. Es gibt Dinge, die man schwer abgeben kann – nur Elternschaft braucht stets beide Partner! Perfekte Eltern werden wir sowieso nie sein. Durchtränkt mit Fehlern, die jeder einzelne von uns macht, können wir am Ende stets voneinander lernen. Oftmals wird sich über Gleichstellung unterhalten, doch bei der Gleichberechtigung scheitert es kläglich. Unsere Generation hat nun die Chance, es den Nachkömmlingen vorzuleben. Elternschaft sollte auf gleicher Augenhöhe zum anderen Partner als normal angesehen werden, denn Väter, die genauso viel Sorgearbeit übernehmen, sind leider noch in der Minderheit.

Die Sichtbarkeit ist viel zu gering, sodass man nicht davon sprechen kann, überhaupt in der Gesellschaft bemerkt zu werden. Es gab in der Vergangenheit hin und wieder ein Lob oder abwertende Worte über meine Einstellung, für die Familie einzustehen.
Ich bemerkte schon 2013 bei meiner ersten Arbeitsstelle als „Servicekraft“ in Salzkotten an der Rezeption eines privaten Seniorenheimes, das man seine Zeit lieber darin investiert, mehr Verantwortung in seinem jungen Elterndasein zu pflegen. Heute kommen umso mehr Glücksgefühle auf, dass man mit diesen Gedankengängen nicht falsch lag. Es trauen sich mehr Väter zu ihrer Verantwortung zu stehen.

Vielen von uns werden leider riesige Hürden gesetzt. Vom eigenen Chef, unter vorgehaltener Hand, wird mitgeteilt, das sein Arbeitsplatz durch den gang in die Elternzeit nicht mehr besteht, sobald man seinen Werdegang als fürsorglichen Hausmann antritt. Dabei passiert es nicht nur dem Banker, sondern auch dem angesehenen Redakteur. Es schreckt ab, doch wir müssen endlich ein Zeichen setzen! Daher sage ich auch so unverblümt:
Unterstütze KEIN Unternehmen, welches dich daran hindert, eine wundervolle Zeit mit euren gemeinsamen Kindern zu genießen. Eine bessere Fortbildung wird es niemals mehr in DEINEM Leben geben!

Vaterschaft braucht #Vorbilder

Unter Vaterschaftistmehr.de wurden alle unsere Statements veröffentlich und jedes einzelne ist sehenswert. Wir wollen ein anderes Bild von Vätern aufzeigen. Wir sind keine Seltenheit. Vater sein braucht nicht in jeden Fall mit einem Egoisten verglichen werden, der sich ein Mal im Jahr betrinkt. Jeder soll entscheiden, wie er diesen Tag nutzt und überdenkt nach diesen Worten sein eigenes Handeln oder lässt es bleiben. Wir möchten nur diejenigen erreichen, die nach Veränderungen in ihrem Vaterdasein suchen. Der erste Schritt ist hiermit getan. Du bist auf dem besten Weg – nun muss die Öffentlichkeit uns mehr wahrnehmen. Es ist an der Zeit, dass wir wirkliche Gleichberechtigung leben. Jeden Tag! An einem Ort, den wir alle lieben und der heißt FAMILIE!

Das größte Geschenk zum Vatertag

Es gibt die Einen, die von ihren Kindern erwarten, Dankbarkeit zu zeigen, egal ob an Muttertag oder eben am Vatertag.
Das größte Geschenk ist die Elternschaft. Ich freue mich zwar über eine Kleinigkeit, doch es darf auch mehr Genügsamkeit herrschen. Was nützen mir erzwungene Beileidsbeurkundungen, dass ich nur der “Ein Mal im Jahr Vater” bin – wenn meine Sichtbarkeit nur auf einen Tag beschränkt ist. Natürlich gab es aus dem Kindergarten selbstgemachte Marmelade. Die ist auch sehr lecker. Mir reicht eine Umarmung und ein Kuss. Die erlebte Zeit bleibt mir am Ende meines Lebens noch hoffentlich lange in Erinnerung. Wahre Leidenschaft wird im Herzen eingefangen, nicht mit materiellen Reichtum gelebt. Genieße die Zeit, denn sie wird schneller herum sein, als dir lieb sein wird.

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Comments (2)

Klasse Aktion, hat super Spaß gemacht ein Teil davon zu sein.
LG, Richard & Hugo von papammunity.de

Eine Aktion, die sich auch stärker in das Bewusstsein gerufen hat. Seit unserer tollen Zusammenarbeit schreibe ich wieder viel bewusster über das Thema Vaterschaft.
Und das in ständiger Augenhöhe zur Partnerin. Sie unterstützt mich in dieser Hinsicht jeden Tag. Wir Väter dürfen stolz auf uns sein. 🙂

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