Das Tagebuch einer Mutti Teil 7 – Bremervörde unter Wasser

Liebes Tagebuch,

seid rund zwei Wochen hat Leon nun wieder seine Logotherapie.
Denn vor unserem Umzug war in Salzkotten die Anbindung wirklich Klasse.
Vom damaligen AWO-Kindergarten waren es weniger als zwei Minuten bis zur Ergo und Logo.

Bei letzterem unterstütze mich sogar die AWO, das sie ihn hingebracht haben. Durch unseren Umzug verstrichen etliche Wochen, bevor man hier mit viel Fahrerei erst einmal einen Kinderarzt-Termin bekommt.

Leider findet der aktuelle Arzt aus Bremervörde die Ergotherapie als völligen Schwachsinn.
Er wolle mich ungerne nach unserem Umzug mit Kind durch die Gegend jagen, was dadurch bedingt ist, dass man auf dem Land nun mal mit etwas weiteren Wegstrecken konfrontiert wird.

Was für mich perse kein Grund ist, die Förderung auszusetzen.
Es bedeutet für uns beide in dem einen Moment Stress – da Leon
nicht wie vorher einen Ganztags Platz im Kindergarten hat und Termine am Vormittag bei den jeweiligen Therapeuten eher zu bekommen sin, als Nachmittags-Termine. Sprich, alles in allem werden dadurch auch einige Kindergarten Tage ausfallen, da diese relativ früh sind und sich ein Besuch dort zeitlich nicht lohnt.

Es ist auf dem Land halt etwas anderes, wie noch zu unserem vorherigen Stadtleben mit guten Anbindungen, wie auch kurzen Wegen.

Daran muss man sich gewöhnen und sich gewaltigst umstellen.

Von unserem jetzigen Wohnort müssen wir rund zwanzig Minuten bis nach Bremervörde fahren.

Über halbwegs „gut“ erhaltene Straßen, welche zusammengeflickt
sind, wie Schweizer Käse. Nur der mundet einem wenigstens.
Durchgerüttet – wohl eher geschüttelt und nicht gerührt, sind
wir dann auch endlich angekommen.

Sohnemann war an diesem Tag sehr gut zu Wege.

Vor seiner eigentlichen Stunde malten wir für die Therapeutin noch einige
Bilder damit sie sich seine bisherigen Fortschritte anschauen kann.

Nach knapp 45 Minuten Anwendung war dann auch sämtliche Luft raus.
Wir mussten uns danach unbedingt die Beine vertreten.

Ein kleiner Spaziergang tut gut!

Also fuhren wir direkt von der Logo vom Parkplatz hinunter und fanden
einen kurzen Augenblick später für unser Muttimobil sofort eine Parkmöglichkeit.

In Bremervörde selbst gibt es glückerweise viele kostenlose Parkplätze. Es gibt hier viel Natur zu bewundern und in Mitten des Städtchen lassen sich Boote bestaunen. So ist man dem Meer gefühlt schon ziemlich nah.

Jetzt noch schnell meine Kamera geschnappt und schon ging es los!
Zuerst begrüßte uns ein riesiger Maulwurfshügel, den sich Leon mit seinen Schuhen vorknöpfte.

Bevor es zu einem wahrlich schrecklichen Massaker ausartete, trat der Spielverderber aus mir heraus.

So ewig viel Zeit blieb uns nämlich auch nicht – wir musste schließlich baldigst wieder zurück in die heimischen Gefilde.

Was machen die denn da?

Ein riesiges Loch – dazu so ein Ungetüm, welches in der Landschaft steht.
Da kam nur die Frage von Leon, was dort geschehe.
Schnell aus dem eigenen Ausreden-Katalog im Kopf sich etwas zurecht gebastelt, mit dem Resultat, dass er es mir natürlich nicht abkauft. Mist!

Jetzt aber weiter!

Angekommen sind wir an einem See, der sich in Bremervörde
„Vörder See“ schimpft, einem Natur- und Erlebnispark auf rund 100 Hektar.

Wir waren hier schon vor unserem Umzug.
Nur diese Ecke vom See war uns noch nicht bekannt!

Da gibt es doch noch ein tolles Video von unserem Ausflug am 5. Juni 2019

Ein wahres Abenteuer für die Kleinsten. Selbst Leon hat sich wunderbar
austoben können und hatte große Freude dabei. Wie gesagt, ein großer Ausflug war nicht drin. Somit schlenderten wir dem Vörder See entlang.
Sohnemann sammelte fleißig Würmer, Steine und sonstiges Material zum
hinschmeißen. Das nennt man heute auch „Moderner Straßenkehrer“!

So lässt du dich natürlich gleich vom drei Käsehoch überreden,
ein wenig weiter zu spazieren. Jaja! Was man doch als Mutti nicht
alles tut, damit der kleine Held glücklich und zufrieden ist.

Papa der See verliert Wasser!

Wie kommen wir denn nur an dieser riesigen Pfütze vorbei?
Da gibt es einen Weg über den Rasen – was natürlich nicht
die feine englische Art einer Mutter sei.

Doch es nützt nichts – Wir müssen uns dem stellen, verriet mir
Leons Blick.

Kurz danach sind wir dann zurückgegangen, denn es war nicht
wirklich förderlich weiterzugehen.

Also zurück zum Auto

Sohnemann versenkte ein paar Steinchen und ich schaute, wie Hans im Glück durch die Gegend.

„Da hinten können wir uns noch was anschauen, Schatz!“

Leon war sofort Feuer und Flamme. Also geht es doch noch nicht zurück zum Auto. Hurra!

Nach wenigen Metern gab es dann wieder einen Stop.
Irgendwie ist ein Spaziergang am Vördersee etwas Wasserreich.
Bei unserem nächsten Besuch nehmen wir gleich Schwimmflügel, sowie Rettungswesten mit!

Ein Entenpärchen schnatterte vor sich hin, als würden sie uns auslachen.
Noch schön den Imaginären Mittelfinger ausgepackt und nach all der innerlichen Aufregerei gleich weiter marschiert.

Wir finden schon noch ein „trockenes“ Plätzen in diesem Wasserparadies.

Papa da ist ein Schild!

Na zum Glück kannst du noch nicht lesen, sonst wären wir wohl noch am frühen Vormittag mindestens 50 Kilometer durch die Gegend gelaufen.

Über soviel Schadenfreude lässt sich nur eines sagen: Ich bin ein Idiot. Nicht. Doch. Äh!

Wo wir nun hier stehen, konnte man sich gleich etwas weiterbilden und hat
sich in Ruhe alles durchgelesen, was da oben geschrieben stand.

Wollen wir nicht zum Bremervörder Hafen? Nein.
Besuchen wir „kurz“ das Bachmann-Museum? Nein.
Eventuell zur Ostetalbrücke? Nein.
Der Aussichtssturm Vörder See ist doch nicht weit?! Nein.
Nieder Ochtenhausen wartet auf uns? Nein.
Dann bleibt wohl nur noch der Seemann im Vörder See. Bist du verrückt? Nein, nein, nein und nochmals NEIN!

Gut. Die Korrespondenz mit meinem Ich war abgeschlossen.
Wir schauen uns da vorne eben die Wasserschleuse an.

Sesam öffne dich!

Doch es passierte auf Leons Zuruf genauso viel, wie vorher…
Nämlich nichts! Wie es im Leben meistens ist.

Was lernen wir daraus? Nichts!
So kam es soweit, dass ein Berg erklommen werden musste.
Da eine Mutter ab und an ihre Kräfte aufspart, verausgabte ich mich
an diesem kleinen Hang.

Herzlichen Glückwunsch

Das nordische Bergsteiger Abzeichen geht an – rate einfach! Sohnemann.
Wer hat ihm diesen „Preis“ zugesprochen? Meine Gutmütigkeit!
Was will eine Mutti auch schon damit anfangen, die hechelnd, wie ein Dalmatiner, dem kleinen Kind hinterher dackelt. Als ob seine Lebensaufgabe darin bestünde, auf Kommando Sitz zu machen!
Ja, das sind wir. Ein bisschen Getüddel muss auch hin und wieder mal sein!

Meine Güte.. Erzähl doch weiter du Dulli!

Hinter’m Berg verbarg sich eine Wasserrettungsstation vom DLRG, die Rot-Gelben welche sofort da sind, obwohl du die Auskunft nicht angerufen hast.
Es sind genau die, die unterscheiden können, ob Fische mit oder gegen den Strom schwimmen. Und es sind die, die Fischer Fritz fischt frische Fische auf Plattdeutsch einwandfrei aufsagen können und dabei noch über’s Wasser laufen.
Papa du bist nicht mehr ganz dicht!!!!

In Niedersachsen ist wirklich alles merkwürdig. Da verlangt ein Schild ganz bewusst, dass ich mich mit dem Fahrrad zwischen linker und rechter Fahrweise entscheide. Die Spinnen doch die Nordmänner!

Papa.. Nochmals DU BIST NICHT DICHT x 2!!!!

Fotografiere lieber meine Mitbringsel für Daheim, denn hier gibt es wunderschönes naturales Spielzeug und das sogar ganz gratis ohne Kosten. Jedenfalls für Kinder!

Liebes Tagebuch!

Unsere kurzen Ausflüge eskalieren meistens und nehmen doch vielmehr Zeit ein. Doch auch eine Mutti muss sich desöfteren ihre Beinchen vertreten. Das schöne Bremervörde könnte unser neues „Paderborn“ werden. Erinnert es zum Teil an so viele schöne Orte, die wir immer wieder gerne besuchten.

In diesem Sinne bis zum nächsten Eintrag!

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Comments (2)

War interessant zu lesen

Danke Andre für deinen Kommentar!
Es freut mich, dass dir mein Artikel gefallen hat! 🙂

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